Wenn das Kind zur Kippe greift
Alkohol, Drogen und andere Süchte sind längst nicht nur ein Problem der Erwachsenen. Direkt oder indirekt über Eltern, Verwandte und Freunde kommen schon Jugendliche und selbst Kinder mit dem Thema ” Sucht ” in Kontakt. Wie geht man damit um, wenn der Vater regelmäßig betrunken ist ? Wie sollte man reagieren, wenn Freunde auf der Party Drogen anbieten ? Und ab wann ist man eigentlich süchtig ?
Dem will die Gesellschaft gegen Alkohol und Drogengefahren Sachsen-Anhalt e. V. mit konkreten Projekten entgegenwirken. Dem Verein, der sich aus dem gleichnamigen Bundesverband im Zuge der Dezentralisierung gegründet hat, gehören derzeit 48 Mitglieder an. Sie kommen unter anderem aus den Bereichen Suchtselbsthilfe, Sozialarbeit und der Medizin. Ihr Vorsitzender ist Dr. Volker Kielstein, der seit vielen Jahren ein anerkannter Suchtexperte aus Magdeburg ist.
” Manche Teilnehmer kostet es anfangs etwas Überwindung, über ihre Probleme vor Schulklassen zu sprechen “, gibt die Projektkoordinatorin zu Bedenken. ” Letztlich kommt diese Art der Wissensvermittlung aber sehr gut bei den Jugendlichen an. ” Das zeigen die ausführlichen Diskussionen.
Die Idee dazu hatte Christine Link, ” denn Puppen sind für Kinder ein ideales Medium, um über ein heikles Thema zu sprechen “, sagt die Psychologin. Ziel ist es, dass Bewusstsein der Kinder für das Thema durch altersgerechte Vermittlung von Information zu schärfen, so dass sie selbst nicht in die Suchtfalle tappen. Das Projekt läuft inzwischen so erfolgreich, dass es auch auf Sachsen und Thüringen ausgedehnt werden soll.
Das dritte Projekt des Vereins widmet sich der Fortbildung von Mitgliedern der zahlreichen Suchtselbsthilfegruppen durch Therapeuten. Vermittelt werden beispielsweise Informationen über neue Therapieangebote und aktuelle Begutachtungsleitlinien zur Wiedererlangung des Führerscheins bei alkoholauffälligen Kraftfahrern. Auch dieses Projekt macht bereits über die Landesgrenzen hinaus in Thüringen Schule.
