Dr. Kielstein GmbH
Abhängigkeitserkrankungen und psychosomatische Störungen 

Presse


Volkstimme-Artikel vom 30.05.2012

Wenn das Surfen im Netz immer mehr zur Sucht wird – Gespräch mit dem Suchtexperten Dr. Achim Kramer

Jugendredakteurin Julia Danker sprach mit Dr. Achim Kramer, Suchttherapeut in der Tagesklinik an der Sternbrücke, zum Thema Mediensucht.

Volksstimme: Wann spricht man von Sucht?

Dr. Achim Kramer: Hier muss im Vorfeld klar unterschieden werden, ob jemand süchtig ist oder ob es sich „nur“ um eine Phase handelt. Süchtig ist jemand erst dann, wenn der „Zustand“ mindestens drei Monate besteht. Als Sucht wird eine krankhafte oder zwanghafte Abhängigkeit bezeichnet. Bei einer Sucht wird das Verhalten und Denken nur von dem Thema beeinflusst, z.B. wann kann ich das nächste Mal ins Netz oder am PC zocken. So wird in der Medizin zwischen stoffgebundenen, z.B. Alkohol, und nicht stoffgebundenen Süchten, z.B. Internetsucht, Essstörungen, unterschieden.

Volksstimme: Was sind die ersten Anzeichen?

Dr. Achim Kramer: Kontrollminderung ist einer der ersten Anzeichen für eine Sucht. Auch dass jemand länger das Internet benutzt als es nötig ist, ist ein Indiz. Je häufiger jemand also im Netz ist, desto toleranter wird er. Etwa: „10 Minuten kann ich noch gucken.“ Im späteren Stadium kommen noch innere Unruhe sowie psychische und körperliche Reaktionen, wie zittern, hinzu.

Volksstimme: Was zieht das für Folgen nach sich?

Dr. Achim Kramer: Vor allem reale Beziehungen leiden unter solcher Abhängigkeit, da sich die Personen vollkommen isolieren. Auch der Bezug zur Umwelt und Realität geht verloren. So sacken Noten ab, oder gar im schlimmsten Fall ist der Abschluss bzw. der Job gefährdet. Zudem kann noch eine weitere Abhängigkeit, wie die von Alkohol, die Folge sein.

Volksstimme: Wieso wird jemand überhaupt süchtig?

Dr. Achim Kramer: Verführerisch ist hier unser inneres „Belohnungssystem“. Ohne sich anzustrengen, erhalten wir gleich eine Belohnung und somit auch ein gutes Gefühl. Normalerweise hat jeder ein gutes Gefühl, wenn er Leistungen erbracht hat. Bei der Sucht jedoch erhält man ohne Leistung und Aufwand schnell eine direkte Belohnung. So fängt es beim Solitär an und endet bei Online-Rollenspielen.

Volksstimme: Was kann ich als Außenstehender tun?

Dr. Achim Kramer: Ganz wichtig ist: hingucken und helfen! Ihr müsst denjenigen bei Verdacht immer ansprechen. Ihr braucht hier keine Berührungsängste zu haben, schließlich ist euch diese Person wichtig. Auch wenn euer Gegenüber sauer oder geschockt reagiert, ihr macht damit nichts falsch. Damit gebt ihr Denkanstöße und bietet eure Hilfe an, denn das ist viel wert. Vermeiden solltet ihr Verurteilungen und Missachtungen, denn desto schneller ein Problem erkannt wird, desto schneller erfolgt die Lösung.


 

PRO – Zeitschrift der KV für den Kassenarzt

Diagnostik und Therapie von schädlichem Alkoholkonsum und Alkoholabhängigkeit

Artikel von Dr. Volker Kielstein

In Deutschland haben ca. zehn Millionen Menschen Beratungs- oder Behandlungsbedarf wegen „alkoholbezogener Störungen“. Davon konsumieren acht Millionen so oft und so viel, dass sie Schäden der physischen und psychischen Gesundheit haben.  Artikel als PDF…

 


 

Volksstimme-Artikel vom 03.12.2007

Suchtklinik Magdeburg integriert Angehörige von Abhängigen

Magdeburg – Wenn Menschen alkohol-, drogen-, medikamenten-, mager- oder spielsüchtig sind, leiden meist auch die Angehörigen unter diesem Zustand. Eine Magdeburger Klinik, in der Ärzte auf tagesklinischer Basis versuchen, Suchtkranken zu helfen, integriert zunehmend die Arbeit mit den Familien der Patienten in ihr Therapiekonzept. Mehr lesen…


 

Volksstimme-Artikel vom 02.02.2006

Wenn das Kind zur Kippe greift

Magdeburg – Junge Menschen über Suchtrisiken aufzuklären und Mitglieder von Suchtselbsthilfegruppen
weiterzubilden sind Aufgaben, die sich ein neu gegründeter Verein in Sachsen-Anhalt zum Ziel gesetzt hat.
Schulklassen und Privatpersonen bietet die “ Gesellschaft gegen Alkohol- und Drogengefahren Sachsen-
Anhalt e. V. “ unkompliziert Hilfe. Mehr lesen…

Volksstimme: Wann spricht man
von Sucht?
Dr. Achim Kramer: Hier muss im
Vorfeld klar unterschieden werden,
ob jemand süchtig ist oder ob
es sich „nur“ um eine Phase handelt.
Süchtig ist jemand erst dann,
wenn der „Zustand“ mindestens
drei Monate besteht. Als Sucht
wird eine krankhafte oder zwanghafte
Abhängigkeit bezeichnet.
Bei einer Sucht wird das Verhalten
und Denken nur von dem Thema
beeinfl usst, z.B. wann kann ich
das nächste Mal ins Netz oder am
PC zocken. So wird in der Medizin
zwischen sto! gebundenen, z.B.
Alkohol, und nicht sto! gebundenen
Süchten, z.B. Internetsucht,
Essstörungen, unterschieden.
Volksstimme: Was sind die ersten
Anzeichen?
Dr. Achim Kramer: Kontrollminderung
ist einer der ersten
Anzeichen für eine Sucht. Auch
dass jemand länger das Internet
benutzt als es nötig ist, ist ein Indiz.
Je häufi ger jemand also im
Netz ist, desto toleranter wird er.
Etwa: „10 Minuten kann ich noch
gucken.“ Im späteren Stadium
kommen noch innere Unruhe sowie
psychische und körperliche
Reaktionen, wie zittern, hinzu.
Volksstimme: Was zieht das für
Folgen nach sich?
Dr. Achim Kramer: Vor allem
reale Beziehungen leiden unter
solcher Abhängigkeit, da sich die
Personen vollkommen isolieren.
Auch der Bezug zur Umwelt und
Realität geht verloren. So sacken
Noten ab, oder gar im schlimmsten
Fall ist der Abschluss bzw. der
Job gefährdet. Zudem kann noch
eine weitere Abhängigkeit, wie die
von Alkohol, die Folge sein.
Volksstimme: Wieso wird jemand
überhaupt süchtig?
Dr. Achim Kramer: Verführerisch
ist hier unser inneres „Belohnungssystem“.
Ohne sich anzustrengen,
erhalten wir gleich
eine Belohnung und somit auch
ein gutes Gefühl. Normalerweise
hat jeder ein gutes Gefühl, wenn
er Leistungen erbracht hat. Bei
der Sucht jedoch erhält man ohne
Leistung und Aufwand schnell
eine direkte Belohnung. So fängt
es beim Solitär an und endet bei
Online-Rollenspielen.
Volksstimme: Was kann ich als
Außenstehender tun?
Dr. Achim Kramer: Ganz wichtig
ist: hingucken und helfen! Ihr
müsst denjenigen bei Verdacht
immer ansprechen. Ihr braucht
hier keine Berührungsängste zu
haben, schließlich ist euch diese
Person wichtig. Auch wenn euer
Gegenüber sauer oder geschockt
reagiert, ihr macht damit nichts
falsch. Damit gebt ihr Denkanstöße
und bietet eure Hilfe an, denn
das ist viel wert. Vermeiden solltet
ihr Verurteilungen und Missachtungen,
denn desto schneller
ein Problem erkannt wird, desto
schneller erfolgt die Lösung.