Dr. Kielstein GmbH
Abhängigkeitserkrankungen und psychosomatische Störungen 

Patienteninformation

Sie wollen sich wegen eines problematischen Umgangs mit Alkohol, Tabletten oder Drogen, vielleicht auch wegen pathologischen Spielens oder wegen Eßstörungen beraten lassen?

Die Tagesklinik an der Sternbrücke bietet Ihnen dafür

werktags in der Zeit von

11.00 – 12.00 Uhr und von 14.00 – 15.00 Uhr

oder nach individueller Vereinbarung

ein ausführliches Beratungsgespräch an. In der Regel können Sie mit einem erfahrenen Suchttherapeuten noch an dem Tag sprechen, an dem Sie sich anmelden.

Nach dem Beratungsgespräch werden Sie einem Arzt vorgestellt, der Ihnen eine erste diagnostische Einschätzung gibt und mit Ihnen das weitere therapeutische Vorgehen plant. Sollten Sie lediglich einen riskanten Umgang mit Suchtmitteln haben, ist keine Suchttherapie erforderlich. Sie könnten allein durch Regulierung Ihres Konsumverhaltens Ihre Situation verbessern. Wenn bereits eine Abhängigkeit vorliegt, ist zu entscheiden, auf welche Weise Sie Abstand vom Suchtmittel bekommen. 60 % unserer Patienten „entgiften“ wir ambulant, die anderen benötigen zur Entgiftung eine Behandlung in einer spezialisierten stationären Einrichtung.

Die ambulante Entgiftung wird bei uns durchgeführt, Sie bekommen Medikamente, die Ihnen bei der Überwindung der Entzugserscheinungen helfen. Weiterhin nehmen Sie täglich von 9.00 – 10.30 Uhr an einer Entgiftungs- und Motivationsgruppe teil. In dieser Gruppe, die medizinisch und suchttherapeutisch geleitet wird, lernen Sie Menschen kennen, die nicht nur das gleiche Problem haben, viele können Ihnen auch aus eigener Erfahrung sagen, wie Sie die ersten Tage ohne das Suchtmittel überstehen können. Im Regelfall werden Sie bereits während der Entgiftungsphase krank geschrieben.

Im Laufe der Entgiftungsbehandlung, aber auch nach Entlassung aus der „stationären Entgiftung“, besprechen wir mit Ihnen, ob für Sie eine weiterführende 5 – oder 6 – wöchige tagesklinische Behandlung geeignet ist. Wir vereinbaren mit 80 % unserer Patienten eine tagesklinische Behandlung.

Vor Beginn dieser Behandlung müssen wir die Kostenübernahmeerklärung Ihrer Krankenkasse einholen. Dazu benötigen wir Ihre Versicherungskarte Ihrer Krankenlasse. Die Krankenkassen bewilligen oft kurzfristig eine tagesklinische Behandlung. Es kommt aber rauch vor, dass die Bewilligung von einer Untersuchung beim Sozialmedizinischen Dienst abhängig gemacht wird.

Sobald die Kostenzusage durch Ihre Krankenkasse vorliegt, beginnt nahtlos die 5 – oder 6 – wöchige tagesklinische Behandlung. Das Programm der Tagesklinik beginnt morgens um 9.00 Uhr und endet am Nachmittag, spätestens 15.00 Uhr. Über den therapeutischen Ablauf informiert Sie ein Stundenplan. Zu den körperorientierten Therapiemassnahmen sollten Sie lockere Bekleidung oder Sportbekleidung mitbringen. An den Wochenenden (Sa / So) findet keine Therapie statt. Für Notsituationen steht der Kassenärztliche Bereitschaftsdienst zur Verfügung. Sie werden für die Behandlung in der Tagesklinik so ausgewählt, dass eine Notbehandlung an den Wochenenden nur ausnahmsweise notwendig ist.

Nach Abschluss der tagesklinischen Behandlung empfehlen wir Ihnen dringend, eine unserer zahlreichen Nachsorgegruppen aufzusuchen, um die erreichte Abstinenz, aber auch Einstellungsänderungen zu erhalten und die begonnenen positiven Veränderungs-prozesse fortzusetzen.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Ihre Chance, das Suchtproblem zu bewältigen, gut ist und sich mit der Dauer der Nachsorgebehandlung weiter erhöht. Wir empfehlen Ihnen für die Nachsorge nicht nur die Nachsorgegruppen der Tagesklinik an der Sternbrücke und den Freundeskreis der Tagesklinik, sondern auch Gruppenangebote von Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen. Sie sollten eine Nachsorgegruppe mindestens ein Jahr lang regelmäßig besuchen.

Unsere Nachsorgegruppen finden Mo, Di, Mi, Do, nach der Arbeitszeit statt, Beginn zwischen 16.00 und 18.00 Uhr, Dauer 1 1/2 Stunden.

Durch Ihr Suchtproblem sind auch Ihre Angehörigen in Schwierigkeiten geraten. Sie sind oft unsicher, wie sie sich Ihnen gegenüber verhalten sollen und auf welche Weise sie Ihren Veränderungsprozess unterstützen können. Aus diesen Gründen ist es uns wichtig, bereits am Anfang Kontakt zu Ihren Angehörigen zu bekommen. Selbstverständlich unterliegen alle Informationen, die Sie uns geben – auch Ihren Angehörigen gegenüber – der Schweigepflicht.

Einmal in der Woche (donnerstags 17.30 – 19.00 Uhr) können Ihre Angehörigen eine Angehörigengruppe besuchen. Sie selbst haben die Möglichkeit, an einzelnen Sitzungen dieser Angehörigengruppe teilzunehmen.

Das Team der Tagesklinik unterstützt Sie auch außerhalb des regulären Therapieprogramms bei der Lösung von Problemen mit Arbeitgebern, Behörden und anderen Institutionen.

Es gibt Suchtkranke, für die die Tagesklinik nicht die geeignete Behandlungsmethode ist, z. B. wenn es notwendig ist, Abstand von einem krankmachenden sozialen Umfeld zu gewinnen, oder wenn aus anderen Gründen eine stärkere stationäre Unterstützung erforderlich ist. In solchen Fällen vermitteln wir Sie in eine geeignete stationäre Entwöhnungseinrichtung.

Es ist keine Schande suchtkrank zu sein, es ist nur eine Schande, nichts dagegen zu tun.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Erfolg beim Start in unserem Therapieprogramm.

Ihr Team der Tagesklinik an der Sternbrücke