Dr. Kielstein GmbH
Abhängigkeitserkrankungen und psychosomatische Störungen 

DAK-Vertrag zur integrierten Versorgung von Abhängigkeitserkrankungen

Von Dr. Gabriele Theren MBA

DAK-Vertrag zur integrierten Versorgung von Abhängigkeitserkrankungen
Suchterkrankung wie z.B. Medikamentenmissbrauch oder Essstörungen, insbesondere aber
der Alkoholkonsum stellen in Sachsen-Anhalt so wie auch in den anderen neunen
Bundesländern ein erhebliches Problem dar.
So wurde anlässlich der 4. Landesgesundheitskonferenz am  15.09.2008 der Fokusbericht
der Gesundheitsberichterstattung des Landes „Alkoholbezogene Krankheitslast und
Sterblichkeit in Sachsen-Anhalt“ vorgestellt.
Untersucht hierbei in Sachsen-Anhalt wurden von 2000 bis 2006:
• alkoholbedingte Indikatoren (bei denen Alkohol als eindeutige Hauptursache
feststeht)
• alkoholassoziierte Indikatoren (bei denen Alkohol ein begünstigender Faktor ist)

und hierbei unter anderem folgende Ergebnisse (jährlich) festgestellt:
• 13.000 Einwohner wurden aufgrund alkoholbedingter Gesundheitsschäden im
Krankenhaus behandelt
• 800 starben an den Folgen einer Alkoholkrankheit
• 12.500 Personen wurden im Krankenhaus behandelt aufgrund von Krankheiten, die
z.T. durch Alkohol ausgelöst wurden
• Bei Stra߅enverkehrsunfällen unter Alkohol wurden 900 Personen verletzt.
• Bei fast 11.000 Straftaten standen die Tatverdächtigen unter Alkoholeinfluss.
• Ca. 1000 haben eine Rehabilitation der gesetzlichen Rentenversicherung in
Anspruch genommen
• 400 erhielten erstmalig eine gesetzliche Frührente wegen Alkohols
Ferner lässt sich aus den dort zusammengetragenen Morbiditäts- und Mortalitätsdaten auf
eine weite Verbreitung und eine langjährige Persistenz des Alkoholmissbrauchs, vor allem
bei Männern, schlie…en,
Andererseits besteht jedoch eine geringe Quote alkoholbedingter Reha-Leistungen im
Vergleich zur alkoholbedingten Morbidität.
Die quantitative Tragweite von Alkoholerkrankungen lässt sich auch aus den prozentualen
Verteilung der Hauptdiagnosen -Ergebnisse von EBIS (einrichtungsbezogenes
Informationssystem) ableiten.
Danach stellt Alkohol mit 72,5% den „Spitzenreiter“ dar, in gro…em Abstand gefolgt von Cannabinoiden: 11,5%, Opioiden: 6,3%, Kokain: 2,5%, Sedativen/Hypnotika: 0,5%,
Stimulanzien: 1,6% und statistisch nicht mehr relevanten Halluzinogenen: 0,0%.
Daher begrü߅t das Ministerium für Gesundheit und Soziales sehr, dass hier in Magdeburg
ein erstes Netzwerk Sucht, speziell  mit dem Focus Alkohol startet.
Unsere Ministerin Dr. Gerlinde Kuppe hat immer wieder betont, dass eine stärkere
Vernetzung einschlie…lich auch der integrierten Versorgung ein wesentliches Ziel moderner
Gesundheitspolitik ist. Nur so kann dem wesentlichsten Problem des deutschen
Gesundheitswesens, der starren Abschottung zwischen den einzelnen Sektoren und auch
zwischen den Sozialleistungszweigen begegnet werden.
Immer noch müssen Patientinnen und Patienten allzu oft gerade an den Schnittstellen
zwischen stationärer und ambulanter Behandlung oder beim Übergang in
Rehabilitationsma…nahmen selbst aktiv werden und den Fortgang der Therapie selbst
recherchieren und organisieren, weil ihnen der richtige Ansprechpartner fehlt.
Dies  ist  jedoch  für  die  hier  betroffene  Klientel  der  Suchterkrankten  oftmals  eine  kaum  zu
bewältigende Hürde.
Es  ist  daher  ein  wichtiger  und  begrü߅enswerter  Schritt  in  der  Verbesserung  der
Gesundheitsversorgung  hier  im  Lande,  wenn  gerade  in  dem  fachlich  aber  finanziell
schwierigen Bereich der Suchterkrankungen mit dem Instrument der integrierten Versorgung
die Krankenkassen ihren Versicherten eine abgestimmte Versorgung anbieten, bei der Haus-
und  Fachärztinnen  und  -Ärzte,  ärztliche  und  nichtärztliche  Leistungserbringer,  ambulanter
und stationärer Bereich sowie ggf. Apotheken koordiniert zusammenwirken.
Dr. Gabriele Theren MBA
Stellvertretende Abteilungsleiterin Gesundheit und Verbraucherschutz
Referat 21, Gesundheitsziele, umweltbezogener Gesundheitsschutz, Suchtfragen
Ministerium fr Gesundheit und
Soziales des Landes Sachsen-Anhalt
Turmschanzenstr. 25
39114 Magdeburg